Название: Reilly und Sunfrost: Chronik der Sternenkrieger 8 Romane
Автор: Alfred Bekker
Издательство: Автор
Жанр: Научная фантастика
isbn: 9783956179884
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„Auch das ist Freiheit!“, erwiderte Reilly sarkastisch.
„Wohin führt Sie Ihr Marschbefehl?“, fragte der Techniker. Dann biss er sich auf die Lippe und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Oh, ich verstehe, das ist wahrscheinlich hoch geheim!“ Er kicherte. „Und dabei weiß doch jeder, dass unsere neueren Schiffe der Scout Klasse eigentlich immer zwei Ziele haben!“
Commander Reilly schmunzelte.
„Ich sehe, Sie sind gut informiert“, stellte er fest. „Offenbar nehmen Sie regelmäßig an Sitzungen des Obersten Stabes des Space Army Corps of Space Defence teil und gegebenenfalls konferieren Sie sogar mit dem Vorsitzenden des Humanen Rates, um mit ihm die aktuellen Probleme im Hinblick auf eine angemessene Verteidigung des 50 Lichtjahre Radius um die Erde diskutieren…“
Der Techniker ging auf den Witz ein und lachte. „Ehrlich gesagt, habe ich noch ein paar Karrierestufen vor mir, ehe es soweit ist“, meinte er. „Allerdings braucht auch niemand an irgendeiner Stabssitzung oder sonst irgendeiner Konferenz teilzunehmen, um zu wissen, wohin die ganzen Leichten Kreuzer der Scout-Klasse fliegen.“
„So?“
Er beugte sich etwas vor. Sein Tonfall klang nun deutlich ernsthafter, als er fort fuhr: „Geben Sie es zu, Sie fliegen entweder ins Grenzgebiet zum Reich der K'aradan oder in das so genannte Niemandsland, hinter dem man ein ominöses Imperium von Geierköpfen vermutet.“
„Sie haben Recht“, gab Willard Reilly zu. „Eines dieser Ziele wird es wohl sein, es sei denn irgendwo anders fängt es plötzlich an zu brennen, sodass das Space Army Corps eingreifen muss. Allerdings weiß ich ehrlich gesagt selbst noch nicht, wohin es gehen wird!“
Der Techniker zwinkerte Commander Reilly zu. „Das würde ich an Ihrer Stelle auch sagen, Sir!“
Kapitel 3: Ein Raumschiff namens STERNENKRIEGER
Nachdem das Shuttle an Spacedock 1 festgemacht hatte, fand sich Commander Reilly umgehend in Konferenzraum C 4 ein. Er war einer der Letzten, die die dort eintrafen. Gut zwei Dutzend Raumkommandanten des Space Army Corps hatten sich hier versammelt. Die meisten von ihnen waren Befehlshaber Leichter Kreuzer wie der STERNENKRIEGER. Reilly sah alte Bekannte wieder, etwa Commander Steven Van Doren, der einst die JUPITER, den zweiten Prototyp der Scout-Klasse, befehligt hatte.
Nachdem die JUPITER bei der Jungfernmission im Niemandsland während eines Raumgefechts mit den Qriid vernichtet worden war, hatte Van Doren sofort ein neues Kommando erhalten. Jetzt befehligte er den Leichten Kreuzer PLUTO. Relativ häufig nahmen Van Doren und Reilly an gemeinsamen Operationen teil.
Innerhalb des letzten halben Jahres hatten sie jedoch weniger miteinander zu tun gehabt, da Commander Van Doren und seine PLUTO vorwiegend zu Patrouillenflügen im Grenzgebiet zu dem gewaltigen Reich der äußerlich sehr menschenähnlichen K'aradan eingesetzt worden war. Dort tobte noch immer ein Krieg zwischen den sauroiden Fulirr und den K'aradan. Beide Seiten hofften nach wie vor, die Menschheit als Bundesgenossen gewinnen zu können, aber bislang war es den Humanen Welten gelungen, sich aus diesem Krieg herauszuhalten.
In wie fern dies auch in Zukunft gelingen würde, war durchaus nicht sicher, aber seit die jenseits des Niemandslandes heranwachsende Bedrohung durch die Qriid bekannt geworden war, setzte die Führung des Humanen Rates alles daran, einen Zwei-Fronten-Krieg zu verhindern.
Dafür war das Space Army Corps der Humanen Welten nun wirklich nicht gerüstet. Man konnte schon froh sein, wenn die fieberhaft begonnene Aufrüstung und die Umstellung der Taktik, auf die Verwendung kleinerer, flexibel einsetzbarer Einheiten noch rechtzeitig griff, bevor es zu den ersten ernsthaften Auseinandersetzungen mit dem Imperium der Qriid kam.
Wie ein Damoklesschwert hing diese Bedrohung seit zwei Jahren über der Menschheit und sorgte dafür, dass immer größere Anteile an den zur Verfügung stehenden militärischen und wirtschaftlichen Ressourcen in die Abwehr dieser Gefahr gelenkt werden mussten.
Und der Zenit dieser Entwicklung war noch längst nicht erreicht.
Jedem, der mit der Materie zu tun hatte, war das nur allzu bewusst.
„Na, wie geht’s dir, altes Haus?“, fragte Willard Reilly. „Gibt’s an der K'aradan-Front endlich Entwarnung oder was machst du hier auf Spacedock 1?“
„Umgruppierung zur Verbesserung der Effizienz nennt sich so etwas“, erwiderte Steven Van Doren, der zusammen mit Willard Reilly die Space Army Corps Akademie auf Ganymed besucht hatte.
„Das heißt in Wahrheit doch, dass es irgendwo mal wieder ein Loch zu stopfen gilt, habe ich Recht, Steven?“
„Ins Schwarze getroffen“, nickte Van Doren. „Aber es pfeifen ja auch die Spatzen von den Dächern, dass die geplante Anzahl an Leichten Kreuzern nicht fristgerecht fertig gestellt werden konnten.“
„Die Pläne waren aber auch ziemlich ehrgeizig!“
„Wem sagst du das, Willard! Und vor allem ist man bei den Planungen stets von den günstigsten Prämissen ausgegangen. Jeder, der etwas davon verstand, konnte einem vorher sagen, dass das nicht klappen konnte!“
„Und warum hat man diese weisen Experten dann nicht zu Rate gezogen?“
Van Doren machte eine wegwerfende Handbewegung. „Es ist doch immer dasselbe, Willard! Wenn du eine unbequeme Wahrheit zu verkünden hast, dann giltst du im Handumdrehen bei den Entscheidungsträgern nicht mehr als Experte, dessen Meinung gefragt ist. Raimondo wollte die Aufrüstung auf Biegen und Brechen durchsetzen und – was soll man sagen? Er hat zumindest teilweise seine Ziele erreicht.“
„Andererseits müssen wir uns tatsächlich warm anziehen, Steven. Dieses Qriid-Imperium wird nicht viel Federlesen mit uns machen.“
Van Doren grinste.
„Wenigstens hast du deswegen noch nicht deinen Humor verloren.“
„Das kommt wahrscheinlich noch. Spätestens dann, wenn es wirklich knallt und sich herausstellt, dass wir nicht die Mittel besitzen, um uns gegen die drohende Invasion angemessen zu wehren!“
Reilly hatte noch etwas hinzufügen wollen. So manches, was die gegenwärtige Verfassung des Space Army Corps sowie die politische Lage betraf, lag ihm geradezu auf der Zunge. Er hatte das Gefühl, dass die Menschheit sehenden Auges auf ihr Verderben zusteuerte und letztlich nicht genug dafür tat, um die jenseits des Niemandslandes lauernde Bedrohung abzuwenden.
Zumindest in dieser Hinsicht war er mit Admiral Gregor Raimondo vollkommen einer Meinung.
Und doch verstummte er in diesem Augenblick, denn der Admiral hatte zusammen mit seiner Adjutantin Lieutenant Mara Caporale den Raum betreten.
Die anwesenden Raumschiffkommandanten nahmen Haltung an.
„Rühren und setzen“, sagte Raimondo.
Raimondo und Caporale nahmen die für sie vorgesehenen Plätze ein. Der Admiral kam ohne СКАЧАТЬ