Gesammelte Werke. Henrik Ibsen
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Название: Gesammelte Werke

Автор: Henrik Ibsen

Издательство: Bookwire

Жанр: Языкознание

Серия:

isbn: 9788027237722

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СКАЧАТЬ Ekeberg an Land.

      Erster Städter. So nimmt er Rache für den Mannenmord von Låka!

      Zweiter Städter. Ja, darauf könnt Ihr Euch verlassen!

      Erster Städter. Seht hin – da flüchten die Windbälge schon.

      Eine Schar von Skules Mannen kommt fliehend von rechts.

      Einer von den Mannen. In die Kirche! Keiner kann Stand halten wider die Birkebeiner, so wie sie heute nacht losstürmen! Die Schar eilt in die Kirche und verriegelt die Tür hinter sich.

      Zweiter Städter blickt nach rechts hinaus. Ich seh', ein Banner fern unten in der Straße; das muß König Håkons Banner sein.

      Erster Städter. Hui, wie die Windbälge fliehen!

      Eine neue Kriegerschar kommt von rechts.

      Einer von der Schar. Rettet Euch in die Kirche und fleht um Gnade! Sie stürmen wider die Tür.

      Mehrere Windbälge. Sie ist verschlossen! Sie ist verschlossen!

      Der Erste. Dann hinüber nach Marterstokke!

      Ein Andrer. Wo ist König Skule?

      Der Erste. Ich weiß nicht. Fort, da seh' ich das Banner der Birkebeiner!

      Sie fliehen an der Kirche vorbei links hinaus.

      Håkon erscheint rechts mit seinem Bannerträger Gregorius Jonsson, Dagfinn und andern seiner Mannen.

      Dagfinn. Hört den Feldruf! Skule stellt seine Mannen hinter dem Kirchhof auf.

      Ein alter Städter ruft von seinem Söller Håkon zu: Hütet Euch, lieber Herr – die Wolfsbälge sind grimmig, jetzt, da es ihnen ans Leben geht!

      Håkon. Bist Du's, alter Guthorm Erlendsson? Du hast ja für meinen Vater und für meinen Großvater gefochten, Du!

      Der Städter. Wollte Gott, daß ich auch für Euch fechten könnte!

      Håkon. Dazu bist Du zu alt, und dessen bedarf's nicht – es strömt mir Volk von allen Seiten zu.

      Dagfinn deutet über die Mauer nach rechts. Da kommt des Herzogs Banner!

      Gregorius Jonsson. Der Herzog selbst! Er reitet sein weißes Streitroß.

      Dagfinn. Wir müssen ihm den Ausgang durch die Pforte hier verlegen!

      Håkon. Blast, blast! Der Lurenbläser bläst. Hast besser geblasen, Du Luder, als Du für Geld bliesest auf der Brücke von Bergen! Der Lurenbläser bläst abermals, jedoch stärker als das erste Mal; viel Kriegsvolk kommt herzu.

      Ein Windbalg von rechts auf die Kirche zufliehend, von einem Birkebeiner verfolgt. Schone mein Leben! Schone mein Leben!

      Der Birkebeiner. Nicht, wenn Du auf dem Altar säßest! Macht ihn nieder. Du hast einen kostbaren Mantel, scheint's. Den kann ich brauchen. Er will den Mantel nehmen, stößt aber einen Schrei aus und wirft sein Schwert weg. Herr König! Nicht einen Schlag mehr tu' ich für Euch!

      Dagfinn. Und das sagst Du in solcher Stunde!

      Der Birkebeiner. Nicht einen Schlag mehr!

      Dagfinn macht ihn nieder. So, jetzt kannst Du Dir's auch sparen!

      Der Birkebeiner auf den toten Windbalg deutend. Ich glaubte, ich hätte genug getan, als ich meinen eignen Bruder erschlug. Stirbt.

      Håkon. Sein Bruder!

      Dagfinn. Was! Tritt an die Leiche des Windbalgs.

      Håkon. Ist's wahr?

      Dagfinn. Ja, dem ist so.

      Håkon erschüttert. Da sieht man's am besten, was für einen Krieg wir führen! Bruder wider Bruder, Vater wider Sohn – bei Gott dem Allmächtigen, das muß ein Ende haben!

      Gregorius Jonsson. Da kommt der Herzog in vollem Kampfe mit Jarl Knuts Schar.

      Dagfinn. Versperrt ihm die Pforte, Königsmannen!

      Innerhalb der Mauer erblickt man die Kämpfenden. Die Windbälge brechen sich Bahn nach links, indem sie die Birkebeiner Schritt für Schritt zurücktreiben. König Skule reitet mit gezücktem Schwerte auf seinem weißen Streitroß. Peter geht neben ihm und hält die Zügel des Pferdes, in der linken Hand ein hoch erhobenes Kruzifix. Paul Flida trägt Skules Banner; es ist von blauer Farbe und hat einen aufrecht stehenden goldenen Löwen ohne Axt.

      König Skule. Macht sie nieder! Schont keinen! Ein neuer Thronerbe ist erschienen in Norwegen!

      Die Birkebeiner. Ein neuer Thronerbe, sagt er!

      Håkon. Skule Bårdsson, laßt uns das Reich teilen!

      König Skule. Alles oder nichts!

      Håkon. Denkt an die Königin, Eure Tochter!

      König Skule. Ich hab' einen Sohn, ich hab' einen Sohn! Ich denke an keinen, als an ihn!

      Håkon. Ich hab' auch einen Sohn, – falle ich, so erhält er das Reich!

      König Skule. Erschlagt das Königskind, wo Ihr es findet! Erschlagt es auf dem Königssitz! Erschlagt es vorm Altare! Erschlagt es, erschlagt's im Arme der Königin!

      Håkon. Da fälltest Du Dein Urteil!

      König Skule um sich hauend. Macht sie nieder, nieder! König Skule hat einen Sohn! Nieder mit ihnen, nieder!

      Der Kampf zieht sich nach links hinter die Kirche.

      Gregorius Jonsson. Die Wolfsbälge schlagen sich durch!

      Dagfinn. Ja, – doch nur, um zu fliehen!

      Gregorius Jonsson. Ja, beim Himmel, – die andre Pforte steht offen – dort hinaus fliehen sie alle!

      Dagfinn. Nach Marterstokke hinüber. Ruft hinaus. Ihnen nach, ihnen nach, Jarl Knut! Nimm Rache für den Mannenmord von Låka!

      Håkon. Ihr habt's gehört. Für vogelfrei erklärte er mein Kind, – mein unschuldig Kind, Norwegens erkorenen König, wenn ich sterbe.

      Die Königsmannen. Ja, ja, wir hörten es!

      Håkon. Und welche Strafe verdient solcher Frevel?

      Die Mannen. Den Tod.

      Håkon. So muß er denn sterben! Er erhebt die Hand zum Schwur. Hier schwör' ich es: Skule Bårdsson soll sterben, wo auf unheiligem Grunde er betroffen wird!

      Dagfinn. Es ist jedes treuen Mannes Pflicht, ihn zu töten.

      Ein Birkebeiner von links. Herzog Skule flieht!

      Der Städter. Die Birkebeiner haben gesiegt!

      Håkon. Auf welchem Weg?

      Der Birkebeiner. An Marterstokke СКАЧАТЬ