Название: Das Amulett Staffel 2 – Liebesroman
Автор: Patricia Vandenberg
Издательство: Bookwire
Жанр: Языкознание
Серия: Das Amulett Staffel
isbn: 9783740919504
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Tammy spürte einen wilden Zorn in sich. Sie war nur froh, daß Danny diese Worte noch nicht richtig verstehen konnte. Sie merkte, wie er wütend wurde. An dem Tonfall spürte er wohl, daß Gina sie beleidigen wollte.
»Können Sie sich vor dem Kind nicht wenigstens etwas beherrschen?« fragte sie eisig. »Ich dachte, Sie sind eine wohlerzogene junge Dame.«
»Wenn Sie mit mir sprechen wollen, müssen Sie sich schon bemühen, in meiner Sprache mit mir zu reden«, erklärte Gina hochmütig. »Ich möchte, daß Sie schnellstens von hier verschwinden. Meines Vaters Angebot galt für Fabians Familie, aber nicht für Sie.«
»Bist du da ganz sicher, Gina?« erklang Fabians Stimme hinter ihnen. »Ich habe vorhin mit deinem Vater telefoniert. Er hat nichts dagegen einzuwenden, daß Miß Roloff meinen Sohn betreut.«
Gina lachte höhnisch. »Deinen Sohn betreut, welch raffinierte Formulierung. Mein Vater hält sie wahrscheinlich für eine seriöse Person. Du wirst ihm wohl kaum gesagt haben, daß es sich um ein Filmsternchen handelt, das sonst wahrscheinlich keinen Fuß auf die Erde bringt und sich nur in ein warmes Nest setzen will.«
»Mach dich nicht lächerlich«, antwortete er eisig. »Dein Vater wünscht, daß du heimkommst. Ich soll es dir ausrichten. Ich möchte meine Arbeit hier ungestört und möglichst rasch zu Ende führen. Ich bin gewohnt, meine verträglichen Abmachungen einzuhalten. Aber davon abgesehen kann ich nicht dulden, daß du Miß Roloff beleidigst.«
»Ist das alles, was du mir zu sagen hast, Fabian?«
»Ja, es ist alles.« Er wich ihrem Blick nicht aus.
Tammy nahm den Jungen bei der Hand und ging mit ihm ins Haus.
»Ich durchschaue dich, Fabian«, zischte Gina. »Sie hat dir mit ihren Nixenaugen wohl den Kopf verdreht.«
»Ich dachte immer, soweit müßte es nicht kommen«, erwiderte er gelassen. »Es ist doch seltsam, Gina. Ich habe dich für eine recht kluge Frau gehalten. Was willst du dir eigentlich beweisen? Daß du unwiderstehlich bist? Wenn ich jemals wieder heiraten sollte, werde ich dabei in erster Linie an meinen Sohn denken. Er braucht mütterliche Liebe.«
Diese Worte vernahm Tammy, und sie faßte sie so auf, wie sie sie hörte, falsch. Wenn das seine Ansicht war, hatte er wohl gestern abend gar nicht einer impulsiven Gefühlsregung nachgegeben, sondern dabei an Danny gedacht. Hastig wich sie vom Fenster zurück und drehte die Dusche an, damit sie nichts mehr von dem Gespräch hören konnte.
*
Tammy vermied von nun an jedes Alleinsein mit Fabian. Sie wich ihm aus, wo sie nur konnte, und immer tauchte Danny auch zur rechten Zeit auf, wenn Fabian das Wort an sie richten wollte. Durch Ginas erneutes Auftreten war Danny wieder bockig geworden und ging seinem Vater ebenfalls aus dem Weg. Aber er quälte Tammy auch nicht mehr mit Fragen.
Von Stella kam erst am fünften Tag Post, obgleich sie sofort geschrieben hatte. Aber der Brief war lange unterwegs gewesen. Sie teilte Tammy mit, daß Mr. van Straaten angerufen hätte, und als Fabian dies las, verlor auch er seine gute Stimmung.
Schweigend legte er den Brief auf den Tisch zurück und ging nach draußen.
»Was hat er denn nun schon wieder?« erkundigte sich Danny. »Hat Stella was geschrieben, was ihm nicht paßt? Du kannst ihr ruhig auch schreiben, daß uns hier manches nicht gefällt.«
Als Tammy ihm nichts darauf erwiderte, verschwand er. Fabian saß mit der Angel auf der Ufermauer. Er blickte auf, als der schmale Schatten des Jungen auf das Wasser fiel.
Danny setzte sich neben ihn und betrachtete ihn unentwegt. »Darf ich reden, Dad, oder vertreibe ich die Fische?« fragte er.
»Natürlich darfst du reden. Die Fische stört das nicht.«
»Sie wissen jetzt schon Bescheid«, meinte Danny aufatmend. »Ich mag tote Fische auch gar nicht so sehr.«
»Du ißt sie aber doch gern.«
»Aber nur, wenn ich sie nicht kenne«, gab der Junge zurück. »Ich muß immer daran denken, daß sie vielleicht auch Kinder haben, die auf sie warten. Was sind Probleme, Dad?«
»Das zum Beispiel ist ein Problem. Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, daß die Fische auch Kinder haben. Worüber denkst du nach, Danny?«
»Ich möchte wissen, was du denkst«, erwiderte der Junge. »Über Tammy, über Gina und über mich.«
»Fangen wir bei dir an«, meinte Fabian lächelnd. »Ich denke, daß du für dein Alter schon ziemlich klug bist. Und daß du eigentlich sehr brav bist für einen Jungen. Ich war jedenfalls nicht so brav.«
Daniel wunderte sich. »Weißt du das noch so genau? Es ist doch schon lange her.«
»Oh, ich kann mich noch ganz gut erinnern. Ich habe manchmal tüchtig eins auf den Hosenboden bekommen von meinem Vater.«
»Er hat dich gehauen?« fragte Danny entrüstet. »Hat er dich denn nicht liebgehabt?«
»Freilich hat er mich liebgehabt«, bestätigte sein Vater.
»Dann hast du mich also nicht lieb«, meinte Danny nachdenklich.
»Wie kommst du denn darauf?«
»Du hast mich noch nicht gehauen.« Es klang fast traurig.
»Ich hatte ja auch noch keinen Grund dazu. Außerdem stehe ich auf dem Standpunkt, daß man ein Kind auch ohne Schläge erziehen kann. Du bist so vernünftig, daß ich mit dir reden kann, und wenn du etwas falsch machst, wirst du es schon einsehen, wenn ich es dir erkläre.«
Danny warf ihm einen zweifelnden Blick zu. »Siehst du es auch ein, wenn du etwas falsch machst und ich mit dir rede?« fragte er dann treuherzig.
»Was mache ich denn falsch?«
Der Junge zögerte. »Ich kann das nicht so richtig sagen. Hast du Tammy gern?«
Fabina nickte stumm.
Eine kleine braune Hand legte sich auf seinen Arm. »Warum sagst du es ihr dann nicht? Sie ist in den letzten Tagen immer so traurig. Sie denkt bestimmt, daß du sie nicht haben willst.«
»Wegen Gina?« fragte Fabian. Es erleichterte ihn plötzlich, daß er mit dem Jungen sprechen konnte, denn er fand auch keine Erklärung dafür, weshalb Tammy ihm neuerdings auswich. Er hatte Gina doch seinen Standpunkt klargemacht. Hatte Tammy vielleicht erwartet, daß er sich zu ihr bekennen würde? Aber das wäre unsinnig gewesen, denn damit hätte er Gina noch mehr aufgebracht gegen sie und vielleicht eine üble Szene heraufbeschworen.
Motorengeräusch näherte sich. Beunruhigt blickten sich beide um.
»Kommt sie etwa schon wieder?« befürchtete Danny. »Dann mußt du ihr aber mal richtig Bescheid sagen, Dad.«
»Sie ist doch abgereist«, erwiderte Fabian seufzend. Dann erhob er sich und bemerkte einen Mann, der den schmalen Pfad entlangkam. Danny drückte sich an ihn.
»Es ist Mr. van СКАЧАТЬ