Название: Butler Parker Box 2 – Kriminalroman
Автор: Günter Dönges
Издательство: Bookwire
Жанр: Языкознание
Серия: Butler Parker
isbn: 9783740918705
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Auch Parker telefonierte um diese Zeit. Er sprach von einer kleinen, unauffälligen Teestube aus und unterhielt sich in Stichworten mit Inspektor Madler.
Parker hatte einige spezielle Wünsche. Inspektor Madler hörte aufmerksam zu. Er hatte zuerst einige Bedenken, doch als Parker in die Details ging, mußte Madler wiederholt laut auflachen. Von Minute zu Minute freundete er sich mit den Vorschlägen des Butlers immer mehr an.
Nach diesem Gespräch suchte der Butler im Branchen-Adreßbuch nach einer ganz bestimmten Firma. Als er sie gefunden hatte, verließ Parker die kleine Teestube, besorgte sich ein Taxi und ließ sieh nach Eastend bringen.
Sein Ziel war ein Frack- und Kostümverleih.
Er verhandelte ausgiebig mit dem Inhaber dieser wohl sortierten Firma, sah sich einige Kostüme an und kam dann auf den Kern der Sache zu sprechen.
Er ging an den langen Reihen der aufgehängten Kleider und Kostüme vorbei und suchte die Dinge aus, die ihm vorschwebten. Parker gab sich wie immer große Mühe. Sorgfältig wählte er und stellte zusammen. Er hielt sich etwa fünfundvierzig Minuten in diesem Kostüm-Verleih auf. Dann hatte er alles beisammen. Parker zahlte im voraus und ordnete an, wohin die Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände zu schicken waren.
Er war in fast ausgelassener Stimmung, als er wieder auf der Straße stand. Parker leistete sich nämlich den Luxus, ein wenig zu schmunzeln. Es war ein sicheres Zeichen dafür, daß ihm mal wieder etwas eingefallen war.
*
Ben Turpins hielt eine Art Truppenparade ab.
Die mehr oder weniger leicht lädierten Männer seiner Gang hatten sich in seinem Büro versammelt. Darunter befanden sich auch Stan Bigels, der Mann mit der Zahnlücke, und Strickton.
Turpins faßte seine Befehle noch mal zusammen.
»Sobald Parker auf taucht, wird er vorsichtig eingekesselt. Strickton, Sie werden ihm sagen, daß er umgelegt wird, falls er abhauen will. Bigels, Sie werden ihm den Lauf einer Kanone in den Rücken drücken. Ich wette, dieser Parker wird kuschen und widerstandslos mitkommen.«
»Und wenn er wirklich Schwierigkeiten macht?« Strickton wollte es genau wissen.
»Dann schieß ich«, meinte Bigels sehr eifrig.
»Einen Dreck wirst du tun«, schnauzte Turpins aufgebracht. »Dann gibst du ihm eins über den Schädel. Ich will Parker lebend sehen, ist das klar?«
»Und wenn die Leute im Dachgarten-Restaurant verrückt spielen?« Strickton meldete seine Bedenken an. »Wir sind sechs Stockwerke über der Straße.«
»Ein paar Warnschüsse werden ausreichen. Dann rühren die Leutchen im Restaurant keinen Finger für Parker. Zum Teufel, seit wann seid ihr so nervös? Ihr werdet mit insgesamt sechs Personen aufkreuzen. Damit kann man das Parlament ausräumen. Ihr seid doch keine Anfänger …!«
»Und wohin sollen wir Parker nun bringen? Darüber ist noch nicht gesprochen worden.«
»Hierher in die Fabrik natürlich.«
»Und wenn der Bursche sich mit den Bullen in Verbindung gesetzt hat?« Strickton hatte echte Bedenken.
»Hat er nicht und wird er auch nicht. Sonst wären die Bullen schon längst hiergewesen, Strickton. No, dieser Parker kocht seine eigene Suppe. Hier werden wir ihn weich machen.«
»Und wenn er nicht mitspielen will, Chef, weiß ich, was wir mit ihm machen«, meldete sich der rachsüchtige Bigels zu Wort. »Wir werden ihn durch den großen Back-Automaten rollen lassen. Dann kommt er auf der anderen Seite wie ein geröstetes Spanferkel wieder ’raus.«
»Keine schlechte Idee«, antwortete Turpins versonnen. »Wirklich, nicht schlecht, Bigels. Das ist die Behandlung, die dieser schwarze Rabe braucht.«
Er sah auf seine Armbanduhr und scheuchte seine Leute aus den Sesseln.
»Los, in einer halben Stunde wird der Butler auf dem Dachgarten sein. Macht eure Sache gut. Ihr wißt ja, wie er aussieht. Eine Verwechslung kann es gar nicht mehr geben …!«
*
Das Restaurant auf dem Dachgarten des Windermere-Warenhauses war den ganzen Tag über immer gut besucht. Die Kunden des riesigen Hauses fuhren hier hinauf, um die schmerzenden und geschwollenen Beine zu entlasten. Hier tranken sie ihren obligaten Tee, aßen ein paar Biskuits oder speisten ausgiebig zu Mittag.
Die Sicht auf die London Docks war ausgezeichnet. Sogar ein Stück der Themse war zu sehen. Darauf die Frachter aller Größenklassen, die stromauf und stromabwärts fuhren. Das große Lokal war an den drei Wandseiten in viele kleine Nischen aufgeteilt. Diesen Nischen galt Stricktons Aufmerksamkeit, als er zusammen mit Bigels und den übrigen vier Männern der Rauschgiftgang hereinkam.
Sie waren gut bürgerlich gekleidet. Selbst ein mißtrauischer Oberkellner hätte die sechs Männer nicht für Gauner oder Gangster gehalten. Hinzu kam, daß sie natürlich nacheinander in das Lokal tröpfelten. Sie wollten nicht als Gruppe erscheinen und so vielleicht unnötiges Aufsehen erregen.
Unten vor dem Warenhaus stand ein starker Wolseley, in dem Josuah Parker nach gelungenem Kidnapping weggeschafft werden sollte. Strickton hatte sie Einzelheiten genau festgelegt und die Entführung des Butlers bis ins Detail organisiert. Mit Pannen rechnete er natürlich nicht, wenngleich tief in seinem Innern ein böser Rest von Mißtrauen und Unsicherheit zurückgeblieben war.
Gleich nach dem Betreten des Dachrestaurants schickte Strickton einen prüfenden, umfassenden Blick auf die Reise. Er wollte feststellen, wo Parker sich niedergelassen hatte. Es war genau 13.00 Uhr. Er mußte also bereits hier oben sein.
Die vielen kleinen Nischen verwehrten ihm allerdings den genauen Überblick.
»Los, verteilen, wie wir’s besprochen haben«, sagte er zu Stan Bigels, der neben ihm stand. »Und keine Dummheiten.«
Bigels flüsterte die Anweisungen an seine Partner weiter. Sie verteilten sich und machten sich daran, die einzelnen Nischen genau und unauffällig zu kontrollieren.
Bigels und Strickton blieben zusammen.
Strickton, der sich der zweiten Nische rechts an der Stirnwand näherte, zuckte plötzlich zusammen. Er hatte den Butler gesehen. Parker saß in gewohnt steifer Haltung hinter einem Tisch. Er trug den bereits sattsam bekannten, dunklen Anzug. Neben ihm stand der Regenschirm, den Strickton bereits wie die Pest haßte.
Strickton schob sich an die Nische heran.
»Mr. Parker?« fragte er höflich und korrekt.
»Oh, Mr. Strickton.« Parker grüßte gelassen. »Ich freue mich über Ihre Pünktlichkeit.«
»Können wir gehen?«
»Mitnichten«, antwortete Parker. »Ich hatte mich mit Mr. Turpins verabredet, wenn ich mich nicht sehr täusche.«
»Turpins ist verhindert. Er erwartet Sie in seinem Büro.«
»Das dürfte gegen die getroffenen Abmachungen verstoßen«, bemerkte der Butler.
»Ob СКАЧАТЬ