Gefunden . Морган Райс
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Название: Gefunden

Автор: Морган Райс

Издательство: Lukeman Literary Management Ltd

Жанр: Героическая фантастика

Серия: Weg der Vampire

isbn: 9781632910554

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СКАЧАТЬ Traum über sie. Zuerst war es so wunderschön gewesen. Die Burg, all ihre Freunde zu sehen. Die Hochzeit. Mein Gott, die Hochzeit. Es war das Schönste, was sie sich je erhoffen konnte. Sie blickte auf ihren Finger hinunter und sah ihren Ring. Er war immer noch da. Der Ring hatte die Reise überstanden. Dieses Symbol ihrer Liebe hatte überlebt. Sie konnte es kaum glauben. Sie war wirklich verheiratet. Und mit ihm. Sie nahm es als ein Zeichen: wenn der Ring es in die Vergangenheit geschafft hatte, durch alles hindurch, wenn der Ring überleben konnte, so konnte es auch ihre Liebe.

      Der Anblick des Rings auf ihrem Finger breitete seine volle Wirkung aus. Caitlin hielt inne und spürte nach, wie es sich anfühlte, eine verheiratete Frau zu sein. Es fühlte sich anders an. Solider, dauerhafter. Sie hatte Caleb immer geliebt, und sie hatte auch gespürt, dass er sie ebenso liebte. Sie hatte immer das Gefühl gehabt, dass ihre Verbindung für immer sein würde. Doch nun, da es amtlich war, fühlte sie sich anders. Sie fühlte, dass sie beide wahrhaft eins geworden waren.

      Caitlin erinnerte sich dann daran zurück, was nach der Hochzeit passiert war: wie sie Scarlet, Sam und Polly zurücklassen mussten. Wie sie Scarlet im Ozean gefunden hatten, Aiden gesehen und die schrecklichen Neuigkeiten gehört hatten. Polly, ihre beste Freundin, tot. Sam, ihr einziger Bruder, auf immer für sie unerreichbar geworden, der dunklen Seite zugewandt. Ihre Clansfreunde abgeschlachtet. Es war fast mehr, als sie ertragen konnte. Sie konnte sich das Grauen nicht vorstellen, oder ein Leben ohne Sam—oder Polly.

      Mit einem Ruck wandten sich ihre Gedanken Scarlet zu. Plötzlich von Panik erfüllt zog sie sich von Caleb zurück und suchte die Höhle ab, unsicher, ob auch sie es zurück geschafft hatte.

      Caleb musste zur selben Zeit den gleichen Gedanken gehabt haben, denn er riss weit die Augen auf.

      „Wo ist Scarlet?“, fragte er, ihre Gedanken lesend wie immer.

      Caitlin wandte sich herum und rannte in jede Ecke der Höhle, suchte die dunklen Spalten ab nach irgendeinem Umriss, inrgendeiner Form, irgendeiner Spur von Scarlet. Doch da war nichts. Sie suchte panisch, kreuz und quer durch die Höhle mit Caleb, jeden Zentimeter durchkämmend.

      Aber Scarlet war nicht da. Sie war ganz eifnach nicht da.

      Caitlins Herz sank. Wie konnte das sein? Wie war es möglich, dass sie und Caleb die Reise zurück geschafft hatten, aber nicht Scarlet? Konnte das Schicksal so grausam sein?

      Caitlin drehte sich herum und rannte auf das Sonnenlicht zu, auf den Ausgang der Höhle. Sie musste nach draußen, sehen, was da draußen war, ob es irgendeine Spur von Scarlet gab. Caleb rannte neben ihr, und sie beide rannten an den Rand der Höhle, in die Sonne hinaus, und standen am Eingang.

      Caitlin blieb ruckartig stehen, und gerade rechtzeitig: eine kleine Plattform ragte aus der Höhle hervor und fiel dann ab, geradewegs einen steilen Berghang hinunter. Caleb bremste neben ihr. Da waren sie, auf einem schmalen Grat stehend und in die Tiefe blickend. Irgendwie, erkannte Caitlin, waren sie im Inneren einer Berghöhle gelandet, auf über hundert Metern Höhe. Es gab keinen Weg hinauf oder hinunter. Und wenn sie noch einen weiteren Schritt machten, würden sie über hundert Meter in die Tiefe stürzen.

      Unter ihnen ausgebreitet lag ein enormes Tal, das sich so weit das Auge reichte in den Horizont erstreckte. Es war eine ländliche Wüstenlandschaft, gespickt mit felsigen Vorsprüngen und hier und da einer Palme. In der Ferne waren sanfte Hügel zu sehen, und direkt unter ihnen lag ein Dorf, das aus Steinhäusern und unbefestigten Straßen bestand. Hier in der Sonne war es sogar noch heißer, unerträglich grell und heiß. Caitlin erkannte langsam, dass sie an einem anderen Ort und Klima waren als Schottland. Und danach urteilend, mit welch einfachen Mitteln das Dorf unter ihnen erbaut war, waren sie auch in einer anderen Zeit.

      Verteilt inmitten all der Erde, dem Sand und Stein waren Anzeichen von Ackerbau, gelegentliche Grünflächen. Manche davon waren von Weingärten bedeckt, die in fein säuberlichen Reihen auf den steilen Abhängen wuchsen, und in ihnen standen Bäume, die Caitlin nicht erkannte: kleine, uralt aussehende Bäume mit krummen Ästen und silbrigen Blättern, die in der Sonne schimmerten.

      „Olivenbäume“, sagte Caleb, der wieder ihre Gedanken las.

      Olivenbäume?, wunderte sich Caitlin. Wo um alles in der Welt waren sie?

      Sie blickte zu Caleb hinüber, ahnend, dass er Ort und Zeit erkennen konnte. Sie sah, wie sich seine Augen weiteten und wusste, dass dem so war—und dass er überrascht war. Er starrte auf die Aussicht hinaus, als wäre sie ein lange verlorener Freund.

      „Wo sind wir?“, fragte sie, fast davor zurückscheuend, es wissen zu wollen.

      Caleb betrachtete das Tal vor ihnen, dann schließlich drehte er sich herum und sah sie an.

      Leise sagte er: „Nazareth.“

      Er hielt inne und ließ es auf sich wirken.

      „Dem Dorf nach zu urteilen sind wir im ersten Jahrhundert“, sagte er und blickte sie mit ehrfürchtigem Ausdruck an, seine Augen vor Aufregung funkelnd. „Es sieht tatsächlich so aus, als wären wir zu Lebzeiten von Christus gelandet.“

      KAPITEL ZWEI

      Scarlet spürte eine Zunge über ihr Gesicht lecken und öffnete die Augen in blendendem Sonnenlicht. Die Zunge hörte nicht auf, und bevor sie auch nur hingesehen hatte, wusste sie, dass es Ruth war. Sie öffnete die Augen gerade weit genug, um es zu bestätigen: Ruth beugte sich über sie, winselte und wurde nur noch aufgeregter, als Scarlet ihre Augen öffnete.

      Scarlet verspürte einen stechenden Schmerz, als sie versuchte, ihre Augen weiter zu öffnen; vom blendenden Sonnenlicht getroffen füllten sich ihre Augen mit Tränen, empfindlicher als je zuvor. Sie hatte schlimme Kopfschmerzen und zwängte ihre Augenlider gerade weit genug auseinander, um zu sehen, dass sie irgendwo auf einer Pflasterstraße lag. Menschen eilten an ihr vorbei und sie konnte sehen, dass sie inmitten einer geschäftigen Stadt war. Menschen eilten hin und her, in alle Richtungen herrschte reges Treiben, und sie konnte das Lärmen einer Menschenmasse zur Mittagszeit hören. Während Ruth immer weiter winselte, saß sie da und versuchte, sich zu erinnern, herausfinden, wo sie war. Doch sie hatte keine Ahnung.

      Bevor Scarlet erfassen konnte, was passiert war, spürte sie plötzlich, wie ein Fuß sie in die Rippen stieß.

      „Weg hier!“, kam eine tiefe Stimme. „Du kannst hier nicht schlafen.“

      Scarlet blickte hinüber und sah eine Römersandale neben ihrem Gesicht. Sie blickte hoch und sah einen römischen Soldaten über ihr stehen, in eine kurze Tunika gekleidet, mit einen Gürtel um die Hüften, von dem ein Kurzschwert hing. Er trug einen kleinen, mit Federn bestückten Messinghelm.

      Er beugte sich vor und stieß sie erneut mit seinem Fuß an. Es tat Scarlet im Magen weh.

      „Hast du gehört, was ich gesagt habe? Weg hier, oder ich sperre dich ein.“

      Scarlet wollte gehorchen, doch als sie die Augen weiter öffnete, tat ihr die Sonne zu sehr weh und sie war desorientiert. Sie versuchte, auf die Beine zu kommen, doch es fühlte sich an, als bewegte sie sich in Zeitlupe.

      Der Soldat holte aus und trat sie kräftig in die Rippen. Scarlet sah es kommen und machte sich darauf gefasst, unfähig, schnell genug zu reagieren.

      Scarlet hörte ein Knurren und sah Ruth mit gesträubtem Fell auf den Soldat losgehen. Ruth fing seinen Knöchel in der Luft ab und grub ihre scharfen Eckzähne mit aller Kraft hinein.

      Der Soldat schrie auf, und seine Schreie erfüllten die Luft, während Blut von seinem Knöchel floss. Ruth ließ СКАЧАТЬ