Seewölfe Paket 17. Roy Palmer
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Название: Seewölfe Paket 17

Автор: Roy Palmer

Издательство: Bookwire

Жанр: Языкознание

Серия: Seewölfe - Piraten der Weltmeere

isbn: 9783954397754

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СКАЧАТЬ und Henkeltopf in der anderen Hand war er ohnehin nicht in der Lage, sich die Wolfshündin vom Hals zu halten. „Aber ich entsinne mich, daß es mit dem Knilch da unten schon mal Schwierigkeiten gegeben hat. Ihretwegen.“ Er hob die Kanne und deutete auf den grauen Vierbeiner, der auf einstimmigen Beschluß der Seewölfe zum Bordhund ernannt worden war.

      „Hunde sind manchmal wie Menschen“, entgegnete Shane, „an unsympathische Zeitgenossen müssen sie sich erst gewöhnen.“

      „Zeit genug hatte sie dazu allerdings.“ Mac Pellew bewegte sich in Richtung Grätingsluke und gab seinen Widerstand endgültig auf, als Plymmie prompt hinter ihm herhechelte.

      „Sie wird ihn nicht gleich auffressen.“ Big Old Shane setzte seinen Weg in den Bauch des Schiffes fort. „Wie auch immer, unser Freund Woyda wird langsam zum Klotz am Bein. Wie lange haben wir ihn jetzt an Bord?“

      „Mindestens zehn Tage. So lange kochen der Kutscher und ich nun schon zusätzliche Rationen.“

      „Stimmt. Das war am Abend des 29. März, als Woyda in Hapsal eins auf den Schädel gekriegt hat.“

      In der späteren Auseinandersetzung mit Kriegsschiffen der polnischen Krone hatte Witold Woyda, seines Zeichens Generalkapitän im Dienst des Polenkönigs Sigismund, Hasard und Arne und ihren Männern als Geisel gedient.

      Big Old Shane hatte eine Öllaterne angezündet. Nach dem Weg durch die Unterdecksräume öffnete er das Schott zur Vorpiek und hielt die Laterne in den engen Raum.

      Witold Woyda sah ganz und gar nicht mehr eindrucksvoll aus. Seine goldbetreßte Uniform war schmutzig und zerknittert, die vornehme Lockenperücke saß nicht mehr richtig, denn das ehedem kurzgeschorene Haar des Generalkapitäns war bereits zu sehr nachgewachsen. Sein Gesicht war eingefallen und bleich, die Augen waren flackernd auf den bärtigen Hünen gerichtet.

      „Kein Grund zur Panik“, sagte Big Old Shane beruhigend, obwohl Woyda ihn nicht verstehen konnte. „Zeit zum Essenfassen, sonst nichts.“

      Der Pole reagierte nicht. Er schien nicht einmal wahrgenommen zu haben, daß der hünenhafte Schmied von Arwenack etwas gesagt hatte. Big Old Shane zuckte mit den Schultern und wich zur Seite, um Mac Pellew hereinzulassen.

      Woydas unruhiger Blick wanderte an dem Mann aus der Kombüse vorbei, als dieser die Kanne und den Topf vor ihm auf die Planken stellte. Jäh zuckte der Generalkapitän zusammen, seine Gesichtsmuskeln bewegten sich krampfartig. Abwehrend hob er die Hände. Die Fesseln hatte der Seewolf ihm abnehmen lassen, da er längst nicht mehr in der Lage war, Widerstand zu leisten.

      „Fang nicht an, verrückt zu spielen, du Stint“, sagte Mac Pellew knurrend, „ich sorge dafür, daß du was zwischen die Kiemen kriegst, und du tust so, als ob ich dir Böses will!“

      Woyda stieß einen schrillen Angstschrei aus.

      Erst jetzt begriff Mac Pellew. Er mußte grinsen, als er sich umdrehte und Plymmie zwischen den Beinen Big Old Shanes stehen sah. Die Wolfshündin fletschte das Gebiß, nichts weiter. Und es schien ihr mächtig zu gefallen, daß sie allein dadurch einen ausgewachsenen Mann zum Zittern bringen konnte.

      Der Schrei des Generalkapitäns wollte nicht enden.

      Mac Pellew machte kurzen Prozeß. Er packte ihn am Kragen und versetzte ihm eine Ohrfeige, daß es klatschte. Es wurde still.

      „Hier!“ brüllte Mac. Er stieß den Schlotternden von sich und deutete auf die Kanne und den Topf. „Essen! Kapiert? Von Heulen hat keiner was gesagt. Das kannst du Plymmie überlassen, die kann’s nämlich besser.“

      Woyda schluckte, holte tief Luft, und dann antwortete er mit einem Wortschwall, der ebensowenig abreißen wollte wie sein Geschrei. Mac Pellew und Big Old Shane wechselten einen Blick. Das einzige Wort, das sie verstanden, war „Stenmark“. Und der Pole dachte nicht daran, seine Litanei zu beenden.

      „Sieht so aus, als ob er uns einen Vortrag halten will.“ Big Old Shane blies die Luft durch die Nase. „Holen wir also unseren Dolmetscher.“

      „Das bleibt natürlich an mir hängen“, sagte Mac Pellew ärgerlich.

      „Erraten.“ Shane grinste. „Für die Bewachung des Gefangenen bin ich zuständig. Also los, tu unserem hochwohlgeborenen Generalkapitän den Gefallen.“

      Mac Pellew begab sich seufzend auf den Weg. Während der Wartezeit forderte Shane den Polen mehrmals mit Gesten auf, sich um sein leibliches Wohl zu kümmern. Doch Woyda rührte keinen Bissen an.

      „Will der Bastard etwa in den Hungerstreik treten?“ sagte Shane, als Mac Pellew mit Stenmark, dem blonden Schweden, zurückkehrte.

      „Das werden wir gleich haben.“ Stenmark wandte sich in seiner Muttersprache an den Generalkapitän. Woyda war es bereits gewohnt, sich an Bord der „Isabella“ auf Schwedisch zu verständigen – seit dem Verhör durch den Seewolf, das Stenmark übersetzt hatte.

      Wieder ergoß sich ein Wortschwall aus der engen Vorpiek.

      Stenmark drehte sich schließlich, und er mußte an sich halten, um nicht in Gelächter auszubrechen.

      „Er bittet mich in aller Form, Kapitän Killigrew seinen Protest zu übermitteln.“

      „Protest?“ Big Old Shane rieb sich das Kinn. „Gegen was?“

      „Gegen die schlechte Behandlung. Er fühlt sich als Kriegsgefangener und möchte als solcher behandelt werden. Er sagt, er brauche sich nicht gefallen zu lassen, ständig von einem reißenden Wolf bedroht zu werden.“

      Die Männer starrten sich sekundenlang stumm an. Dann prusteten sie los. Mac Pellew kniete nieder und kraulte der Hündin das Fell.

      „Hast du das gehört, Lady? Du bist soeben zum reißenden Wolf befördert worden.“

      Plymmie hatte längst aufgehört, die Zähne zu fletschen. Statt dessen schloß sie die Augen und genoß es, gestreichelt zu werden.

      Big Old Shane hatte sich von seinem Heiterkeitsausbruch erholt.

      „Sag ihm, wir werden künftig auf seine zarten Nerven Rücksicht nehmen und den bösen Wolf an die Leine legen, solange der Mister Generalkapitän seine kärglichen Mahlzeiten einnimmt.“

      Stenmark übersetzte wortgetreu.

      Witold Woyda verstand den Spott sehr gut. Beleidigt riß er den Topf an sich und begann, Bohnen und Speck in sich hineinzustopfen. Die Männer würdigte er keines Blickes mehr.

      Rodriguez de Coria legte die Hände auf den Rücken und durchmaß den Kapitänssalon mit kurzen, gestelzten Schritten. Die blütenweißen Rüschen seines Hemdes wippten auf und ab und bildeten einen grellen Kontrast zum öligen Schwarz seiner Lockenperücke.

      „Wollen Sie sich nicht setzen, Don Rodriguez?“ fragte Kapitän de Frias. Er verharrte unschlüssig vor dem Tisch, auf dem eine Weinkaraffe und funkelnde Kristallgläser wie immer bereitstanden.

      De Coria drehte sich um und wedelte fahrig mit der rechten Hand.

      „Nein, nein, schon gut.“ In der Furchenlandschaft seines hageren Gesichts zuckte es. „Ich verzichte. Aber tun Sie sich keinen Zwang an.“

      Der Kapitän der „Santissima СКАЧАТЬ