Die Elixiere des Teufels / Эликсир дьявола. Книга для чтения на немецком языке. Эрнст Гофман
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Читать онлайн книгу Die Elixiere des Teufels / Эликсир дьявола. Книга для чтения на немецком языке - Эрнст Гофман страница 22

СКАЧАТЬ halfen mir wieder herauf, aber von neuem bäumte sich schnaubend und prustend das Pferd, durchaus war es nicht durch das Tor zu bringen. Da rief ein alter Bauer: „Ei seht doch, da sitzt ja das Zeterweib, die alte Liese, an dem Tor und läßt den gnädigen Herrn nicht fort, aus Schabernack, weil er ihr keinen Groschen gegeben.“

      Nun erst fiel mir ein altes zerlumptes Bettelweib ins Auge, die dicht am Torwege niedergekauert saß und mich mit wahnsinnigen Blicken anlachte. „Will die Zeterhexe gleich aus dem Weg!“ schrie der Richter, aber die Alte kreischte: „Der Blutbruder hat mir keinen Groschen gegeben, seht ihr nicht den toten Menschen vor mir liegen? Über den kann der Blutbruder nicht wegspringen, der tote Mensch richtet sich auf, aber ich drücke ihn nieder, wenn mir der Blutbruder einen Groschen gibt.“ Der Richter hatte das Pferd bei dem Zügel ergriffen und wollte es, ohne auf das wahnwitzige Geschrei der Alten zu achten, durch das Tor ziehen, vergeblich war indessen alle Anstrengung, und die Alte schrie gräßlich dazwischen: „Blutbruder, Blutbruder, gib mir Groschen, gib mir Groschen!“ Da griff ich in die Tasche und warf ihr Geld in den Schoß, und jubelnd und jauchzend sprang die Alte auf in die Lüfte und schrie: „Seht die schönen Groschen, die mir der Blutbruder gegeben, seht die schönen Groschen!“ Aber mein Pferd wieherte laut und kurbettierte, von dem Richter losgelassen, durch das Tor. „Nun geht es gar schön und herrlich mit dem Reiten, gnädiger Herr, nach allen Qualitäten“, sagte der Richter, und die Bauern, die mir bis vors Tor nachgelaufen, lachten noch einmal über die Maßen, als sie mich unter den Sprüngen des muntern Pferdes so auf und nieder fliegen sahen, und riefen: „Seht doch, seht doch, der reitet wie ein Kapuziner!“

      Der ganze Vorfall im Dorfe, vorzüglich die verhängnisvollen Worte des wahnsinnigen Weibes, hatten mich nicht wenig aufgeregt. Die vornehmsten Maßregeln, die ich jetzt zu ergreifen hatte, schienen mir, bei der ersten Gelegenheit alles Auffallende aus meinem Äußern zu verbannen und mir irgend einen Namen zu geben, mit dem ich mich ganz unbemerkt in die Masse der Menschen eindrängen könne.

      Das Leben lag vor mir wie ein finstres, undurchschauliches Verhängnis, was konnte ich anders tun, als mich in meiner Verbannung ganz den Wellen des Stroms überlassen, der mich unaufhaltsam dahinriß. Alle Faden, die mich sonst an bestimmte Lebensverhältnisse banden, waren zerschnitten und daher kein Halt für mich zu finden. Immer lebendiger und lebendiger wurde die Heerstraße, und alles kündigte schon in der Ferne die reiche, lebhafte Handelsstadt an, der ich mich jetzt näherte. In wenigen Tagen lag sie mir vor Augen; ohne gefragt, ja ohne einmal eben genau betrachtet zu werden, ritt ich in die Vorstadt hinein. Ein großes Haus mit hellen Spiegelfenstern, über dessen Türe ein goldner geflügelter Löwe prangte, fiel mir in die Augen. Eine Menge Menschen wogte hinein und hinaus, Wagen kamen und fuhren ab, aus den untern Zimmern schallte mir Gelächter und Gläserklang entgegen. Kaum hielt ich an der Türe, als geschäftig der Hausknecht herbeisprang, mein Pferd bei dem Zügel ergriff und es, als ich abgestiegen, hineinführte. Der zierlich gekleidete Kellner kam mit dem klappernden Schlüsselbunde und schritt mir voran die Treppe herauf; als wir uns im zweiten Stock befanden, sah er mich noch einmal flüchtig an und führte mich dann noch eine Treppe höher, wo er mir ein mäßiges Zimmer öffnete und mich dann höflich frug, was ich vorderhand beföhle, um zwei Uhr würde gespeiset im Saal No. 10. erster Stock u.s.w. „Bringen Sie mir eine Flasche Wein!“ Das war in der Tat das erste Wort, das ich der dienstfertigen Geschäftigkeit dieser Leute einschieben konnte.

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      Примечания

      1

      nachgelassene Papiere – посмертные записки

      2

      Kapuzinerorden m [ital. cappuccino, zu: cappuccio „Kapuze“] – im frühen 16. Jh. nach den Regeln des hl. Franz v. Assisi gegründeter Orden

      3

      В таком настроении прочтешь ты историю Медарда и, скорее всего, примешь странные видения этого монаха не более чем за беспорядочную игру разгоряченного воображения.

      4

      Camera obscura /[lat. = dunkle Kammer] – innen geschwärzter Kasten, auf dessen transparenter Rückwand ein auf der Vorderseite befindliches Loch od. eine Sammellinse ein (auf dem Kopf stehendes, seitenverkehrtes) Bild erzeugt

      5

      Lebenssaft m (dichter.) = Blut n

      6

      Прилежно прочитав записки капуцина Медарда…

      7

      lebensklug ‹Adj.› = klug u. erfahren in den Dingen des praktischen Lebens

      8

      die heilige Linde – Монастырь Святой Липы

      9

      Vergebung/(geh.) = Begnadigung, Entschuldigung, Verzeihung

      10

      das wundertätige Bild der heiligen Jungfrau – Чудотворный образ Пресвятой Девы

      11

      die heilige Stätte – святая обитель

      12

      etw./einer Sache gewahr werden (geh.) = etw. nach einer gewissen Zeit in seiner Bedeutung erkennen

      13

      Смотри-ка, ну прямо-таки Святое Семейство, это нечто для моего альбома!

      14

      Krayon, СКАЧАТЬ