Schwerter gegen Bestien: Fantasy Sammelband 1026 Seiten Sword & Sorcery. Robert E. Howard
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Читать онлайн книгу Schwerter gegen Bestien: Fantasy Sammelband 1026 Seiten Sword & Sorcery - Robert E. Howard страница 4

СКАЧАТЬ jenen Bergen trieb angeblich Buruc der Grausame, der Anführer einer Räuberbande, sein Unwesen. Cororuc packte seinen Speer fester und beeilte sich noch mehr. Seine Eile war nicht nur mit der Gefahr durch die Gesetzlosen zu erklären, sondern auch mit seinem Wunsch, möglichst bald wieder seine Heimat zu erreichen. Er befand sich auf dem Rückweg von geheimen Verhandlungen mit den wilden Stämmen Cornwalls, und obwohl sein Auftrag mehr oder weniger von Erfolg gekrönt war, trachtete er dennoch, das ungastliche Land so rasch wie möglich zu verlassen. Noch mußte er fast ganz Britannien durchqueren. Voll Mißbehagen blickte er um sich. Er sehnte sich nach den lichten Wäldern seiner Heimat, die viel Wild und viele Vogelarten beherbergten. Er sehnte sich nach den weißen Klippen, gegen die die blaue See brandete. Der Urwald rings um ihn schien unbewohnt. Es gab kein Wild, keine Vögel, und nirgends war er auf Anzeichen menschlichen Lebens gestoßen.

      Seine Gefährten verweilten immer noch am Hof des Königs in Cornwall, genossen seine Gastfreundschaft und hatten es mit dem Aufbruch nicht eilig. Cororuc jedoch war nicht zufrieden. Deswegen hatte er sie verlassen und war allein aufgebrochen.

      Cororuc war ein gutaussehender Mann. Mit seinen sechs Fuß Länge, dem schlanken Körperbau und den grauen Augen vermittelte er das Bild eines Briten, wenngleich nicht das eines reinrassigen Kelten, denn sein langes, gelbes Haar verriet belgisches Erbe. Bekleidet war er mit kunstvoll genähtem Rehledergewand, denn die Kelten verstanden es noch nicht, feinere Gewebe herzustellen, und deshalb zogen die meisten Rehleder vor.

      Cororuc war mit einem langen Bogen aus Eibenholz, einem langen Bronzeschwert mit Wildlederscheide, einem langen Bronzedolch und einem kleinen Rundschild bewaffnet, der mit Ochsenhaut bespannt und einem Bronzeband eingerahmt war. Den Kopf schützte ein einfacher Bronzehelm.

      Seine Arme und Wangen waren leicht mit Waid, dem blauen Saft einer Pflanze, bemalt. Sein Gesicht war das eines typischen edlen Briten: bartlos und scharf geschnitten, mischten sich darin die schlaue Beharrlichkeit der Nordmänner mit dem tollkühnen Mut und der träumerischen Feinheit des Kelten.

      So folgte Cororuc dem Pfad, vorsichtig, jederzeit zum Kampf oder zur Flucht bereit. Der Weg führte von der Schlucht weg und verschwand hinter einem riesigen Baum. Da hörte Cororuc von der anderen Seite der Biegung her Kampfeslärm. Vorsichtig schlich er weiter, und gefaßt darauf, Elfen oder Zwerge zu sehen, die in diesen Wäldern hausen sollten, spähte er um den mächtigen Stamm herum.

      Wenige Fuß vor ihm bot sich ihm ein seltsamer Anblick. Mit dem Rücken gegen einen Baum gedrängt, machte sich ein großer Wolf bereit, sein Leben zu verteidigen. Aus tiefen Rissen an seiner Schulter troff Blut, und vor ihm duckte sich ein Panther zum Sprung. Cororuc fragte sich, was die beiden Herrscher der Wälder zum Kampf bewogen haben mochte. Und vor allem wunderte er sich über das Fauchen der Raubkatze. Es war wild und blutdürstig, enthielt jedoch einen Unterton der Furcht. Außerdem schien sie den Sprung hinauszuzögern.

      Warum Cororuc Partei für den Wolf ergriff, hätte er wohl nicht zu sagen vermocht. Zweifellos war es auf die unbekümmerte Ritterlichkeit des Kelten in ihm zurückzuführen, auf seine Bewunderung für die Haltung des Wolfes gegenüber seinem viel mächtigeren Gegner. Jedenfalls zog er sein Schwert und stellte sich mit einem Satz dem Panther entgegen. Aber er kam nicht dazu, seine Waffe zu gebrauchen, denn die Raubkatze stieß ein erschrecktes Kreischen aus und verschwand so rasch zwischen den Bäumen, daß sich Cororuc fragte, ob er wirklich einen Panther gesehen hatte. Er wandte sich dem Wolf zu. Das Tier beobachtete ihn geduckt, machte einige Schritte rückwärts, drehte sich dann um und verschwand in sonderbarem Trott im Unterholz. Den Krieger beschlich ein unheimliches Gefühl. Er hatte schon viele Wölfe gesehen, er hatte sie gejagt und war von ihnen gejagt worden; einem solchen Wolf war er jedoch noch nie begegnet.

      Er zögerte und folgte dann vorsichtig dem Tier. Die Spuren waren in dem weichen Lehmboden deutlich zu erkennen. Nach wenigen Schritten hielt er jäh an, und seine Nackenhaare schienen sich zu sträuben. Es waren nur noch die Abdrücke der Hinterpfoten zu sehen – der Wolf ging aufrecht!

      Cororuc warf scheue Blicke um sich. Nichts war zu hören. Er verspürte den Drang, umzukehren und diesen Ort so rasch wie möglich weit hinter sich zu lassen, doch die Neugier hinderte ihn daran. Er folgte den Spuren. Unter einer mächtigen Eiche hörten sie unvermutet gänzlich auf. Cororuc fühlte kalten Schweiß auf der Stirn. In was für einen Wald war er da geraten? Versuchte irgendein unmenschliches Monstrum der Wälder ihn in die Irre zu führen? Cororuc zog sein Schwert und nahm den Weg zurück, den er gekommen war. Und nur sein Stolz hielt ihn davon ab, zu laufen. Endlich erreichte er den Baum, bei dem sich der Wolf gegen den Panther verteidigt hatte. Er schlug seinen alten Pfad wieder ein und beeilte sich, aus der Gegend zu verschwinden, in der ein Wolf zuerst auf zwei Beinen gegangen und dann gänzlich verschwunden war.

      Der Weg machte mehr Windungen denn je zuvor, und das gereichte Cororuc zum Vorteil, denn so hörte er zuerst die Stimmen der Männer, die ihm entgegenkamen, bevor sie ihn sahen. Rasch erkletterte er einen Baum und schmiegte sich an einen Ast.

      Drei Männer kamen den Pfad entlang. Einer war ein massiver Kerl, der weit über sechs Fuß maß, einen langen, roten Bart und einen wilden, roten Haarschopf hatte. Im Gegensatz dazu waren seine Augen klein und schwarz. Er war in Leder gekleidet und mit einem mächtigen Schwert bewaffnet.

      Der zweite war ein hagerer, übel aussehender Schurke mit nur einem Auge, der dritte klein und runzlig und schielte auf beiden Augen.

      Cororuc erkannte sie nach den Beschreibungen, die er von den Bewohnern von Cornwall erhalten hatte. In seinem Eifer, den berüchtigsten Mörder Britanniens genauer zu betrachten, verlor er den Halt und stürzte mitten unter die Räuber.

      Augenblicklich sprang er auf und riß das Schwert aus der Scheide. Er konnte keine Gnade erwarten, denn der Rothaarige war Buruc der Grausame, der Schrecken von Cornwall.

      Der Räuberhauptmann stieß einen schrecklichen Fluch aus und zog ebenfalls sein Schwert. Er entging dem wilden Stoß des Briten durch einen raschen Sprung rückwärts, und dann begann der Kampf. Buruc griff den Krieger unter Einsatz seines ganzen Gewichtes von vorn an, während der hagere, einäugige Kerl versuchte, Cororuc in den Rücken zu gelangen. Der dritte hatte sich zum Waldrand zurückgezogen. Die Kunst des Fechtens war diesen frühen Kämpfern unbekannt. Da regnete es bloß Hiebe und Stiche, und jedesmal lag die gesamte Kraft des Armes dahinter. Die fürchterlichen Hiebe, die Cororuc mit dem Schild auffing, ließen ihn in die Knie gehen, und der Einäugige sprang vor, um ihm den Rest zu geben. Cororuc wirbelte herum, ohne sich zu erheben, führte einen Streich gegen die Beine dieses Gegners, erstach ihn, als er fiel, warf sich zur Seite, um Burucs Hieb auszuweichen, und sprang wieder auf die Beine. Wiederum fing er einen Schlag des Banditen mit dem Schild auf, wirbelte seine Bronzewaffe mit aller Macht und schlug zu. Burucs Kopf sprang von seinen Schultern.

      Cororuc wandte sich um und sah, wie der Kleine im Unterholz verschwand. Er verfolgte ihn einige Schritte, sah aber bald die Sinnlosigkeit dessen ein und rannte den Pfad entlang. Er wußte nicht, ob sich in dieser Richtung noch mehr Banditen befanden, wohl aber wußte er, daß er, wollte er den Wald lebend verlassen, dies rasch tun mußte. Zweifellos würde der Entflohene die übrigen Banditen alarmieren.

      Nachdem er eine Zeitlang gelaufen war und kein Anzeichen des Feindes erkannt hatte, erklomm er den höchsten Baum in der Nähe. Auf allen Seiten war er von einem Blättermeer umgeben. Im Westen erkannte er die Hügel, denen er ausgewichen war. Im Norden erhöben sich weit weg andere Hügel, im Süden befand sich Wald, soweit das Auge reichte. Weit im Osten jedoch erspähte er die Linie, die den Übergang des Waldes in fruchtbare Weiden kennzeichnete. Dort würde er auf Dörfer stoßen, auf Angehörige seines Volkes. Er war überrascht, so weit sehen zu können, doch befand er sich auf einem wirklichen Riesen unter den Bäumen.

      Ehe er hinabkletterte, betrachtete er seine nähere Umgebung. Er folgte mit den Blicken den Pfad, der sich nach Osten schlängelte. Da СКАЧАТЬ